Häufige Fragen zur Sterbegeldversicherung

Häufige Fragen zur Sterbegeldversicherung

1. Wer erhält die Versicherungssumme nach dem Tod?

Die Versicherungsleistung bekommt immer der Bezugsberechtigte. Das ist die Person, die bei der Sterbegeldversicherung als Leistungsempfänger vermerkt wurde. Im Normalfall ist das eine Vertrauensperson aus der Familie, die auch für die Bestattungskosten nach dem Tod aufkommt. Die Bezugsberechtigung kann jederzeit auch auf eine beliebig andere Person übertragen werden. Sollte kein Bezugsberechtigter bei der Versicherung hinterlegt sein, erhalten die gesetzlichen Erben die Auszahlungssumme.

2. Was ist ein unwiderrufliches Bezugsrecht?

Im Gegensatz zu dem normalen widerruflichen Bezugsrecht können Sie auch ein unwiderrufliches Bezugsrecht hinterlegen. Bei diesem Modell können Sie eine Änderung der Bezugsberechtigung allerdings nur noch mit Zustimmung des Bezugsberechtigten veranlassen.

3. Muss das Sterbegeld für die Beerdigung genutzt werden?

Grundsätzlich ist das Sterbegeld eine willkommene finanzielle Hilfe, wenn es um die Bezahlung der Bestattungskosten geht. Dennoch sind die Hinterbliebenen nicht dazu verpflichtet, das Geld tatsächlich für die Beerdigung zu nutzen. Generell ist die Auszahlung aus Sicht der Sterbegeldversicherung nicht an einen bestimmten Zweck oder ein festgelegtes Ereignis gebunden. In den Versicherungsbedingungen gibt es hierzu keine Einschränkungen, so dass die Hinterbliebenen den Geldbetrag beliebig verwenden dürfen.

4. Ist die Sterbegeldsumme steuerfrei?

Nutzen die Hinterbliebenen die Versicherungssumme aus der Sterbegeldversicherung für Zwecke, die nicht im Zusammenhang mit dem Tod der versicherten Person stehen, ist die Verwendung zweckungebunden und kann zu einer steuerpflichtigen Abgabe führen. Das wäre zum Beispiel bei einer vorzeitigen Kündigung der Fall. Möchten die Erbberechtigten die steuerliche Belastung umgehen, kann es sinnvoll sein, wenn das Sterbegeld nur für die Bestattung nach dem Tod verwendet wird. In diesem Fall wäre die Nutzung zweckgebunden und somit kann die komplette Auszahlung einkommensteuerfrei sein. Sofern Freibeträge überschritten werden, kann es aber zu einer Erbschaftssteuerpflicht kommen.

5. Was ist der Unterschied zu einer Risikoversicherung?

Eine Risikolebensversicherung läuft immer nur bis zu einem bestimmten Alter, um den frühzeitigen Tod und somit die Familie finanziell abzusichern. Zum Ablaufalter endet dann der Vertrag. Sofern die versicherte Person innerhalb der Laufzeit nicht gestorben ist, wird auch kein Geld von der Versicherung ausgezahlt.

Aus der Sterbegeldversicherung erhalten die Erben oder die Bezugsberechtigten in jedem Fall die Versicherungsleistung, sobald die versicherte Person gestorben ist. Dafür ist es egal, welches Lebensalter der Versicherte erreicht. Die Versicherung ist daher sowohl als Risikoabsicherung als auch als Kapitalanlage zu sehen.

Eine genaue Erklärung finden Sie im Ratgeber unter dem Thema Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung.

6. Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?

Das ist ganz von dem Anbieter abhängig, den Sie sich aussuchen. Bei manchen Versicherungstarifen ist keine Gesundheitsprüfung nötig, so dass die Gesundheitsfragen hier komplett entfallen. Zwar können somit auch kranke Menschen eine Sterbegeldversicherung abschließen, jedoch beginnt der komplette Versicherungsschutz erst nach einer Wartezeit.

7. Gibt es ein Höchsteintrittsalter?

Wie hoch das maximale Eintrittsalter ist, hängt individuell von den Sterbegeldversicherungen ab. Manche Sterbegeldtarife können Sie bis zum 70. Lebensjahr abschließen. Bei anderen Versicherungen dürfen Interessenten hingegen bis zu 80 Jahre alt sein.

8. Ab wann ist die Versicherung beitragsfrei?

Erreicht die versicherte Person ein bestimmtes Alter, wird die Sterbegeldversicherung beitragsfrei gestellt. Die Zahlung der Beiträge ist dann nicht mehr notwendig. Ab welchem Alter das genau zutrifft, hängt von dem Sterbegeldtarif ab. In der Regel greift die Beitragsfreistellung ab dem 65. oder 85. Lebensjahr. Bei einem sehr hohen Eintrittsalter kann die Beitragszahlung je nach Tarif auch bis zum Ende des 99. Lebensjahr laufen.

9. Kann ich das Sterbegeld wieder kündigen?

Ja, die Absicherung über die Sterbegeldversicherung kann jederzeit mit einer Frist von einem Monat zum Ende der laufenden Versicherungsperiode gekündigt werden. Dieser Schritt sollte jedoch vorab gründlich überlegt werden, da vor allem in den ersten fünf Jahren erhebliche finanzielle Nachteile durch eine vorzeitige Kündigung verursacht werden können. Erst nach einer längeren Vertragslaufzeit kann ein Rückkaufswert angespart werden, wodurch dann der angesparte Geldbetrag ausgezahlt werden kann. Eine Alternative zu der Kündigung ist oft die Beitragsfreistellung.

10. Darf ich auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichten?

Ja, es besteht keine Pflicht für versicherte Personen lebenserhaltende Schritte zu unternehmen.

11. Zahlt die Versicherung auch bei einem Suizid?

Grundsätzlich zahlen die Sterbegeldversicherungen auch dann die Versicherungsleistung aus, wenn der Tod durch Selbstmord herbeigeführt wurde. Für den Leistungsanspruch ist es jedoch notwendig, dass der Versicherungsschutz je nach Anbieter bereits zwei bis drei Jahre durchgängig bestanden hat. Zusätzlich darf die Selbsttötung nicht aus freiem Willen, sondern muss aus einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit begangen worden sein. Sollte selbst das nicht zutreffen, so zahlen die meisten Versicherungen dennoch den aktuellen Rückkaufswert an die Bezugsberechtigten aus.

12. Ist das Sterbegeld bei Insolvenz pfändbar?

Nach Paragraph 850b Absatz 1 Nr. 4 der Zivilprozessordnung sind Leistungen aus Lebensversicherungen, die nur auf den Todesfall abgeschlossen sind, unpfändbar. Die Versicherungssumme oder der Rückkaufswert darf jedoch einen Betrag von 3.579,- Euro nicht übersteigen. Übersteigt der aktuelle Wert der Sterbegeldversicherung diese Summe ist der übersteigende Anteil nicht vor einer Pfändung durch den Insolvenzverwalter geschützt.

13. Wie kann ich das Sterbegeld vor Pfändungen schützen?

Um eine Pfändung der Sterbegeldversicherung durch Gläubiger zu verhindern, ist es dem Versicherungsnehmer möglich, ein unwiderrufliches Bezugsrecht festzulegen. Damit erhält der Bezugsberechtigte sofort und unwiderruflich ein Anrecht auf die Versicherungsleistung. Bei finanziellen Schwierigkeiten des Versicherungsnehmers können Dritte (wie zum Beispiel auch das Sozialamt) keinen Anspruch auf diese Leistungen erheben. Zeitgleich sollte eine vertragliche Regelung mit dem unwiderruflich Bezugsberechtigten getroffen werden, dass die Bestattungskosten von der Geldleistung bezahlt werden und der Restbetrag an die Erben ausgezahlt wird. Ein widerrufliches Bezugsrecht reicht in diesem Fall nicht aus, da ein rechtlicher Anspruch auf das Sterbegeld erst zum Todeszeitpunkt gültig wird und die Leistungen im Prinzip noch vorher gepfändet werden könnten.

14. Müssen Steuern auf die Beiträge gezahlt werden?

Für manche Versicherungssparten gibt es eine Versicherungssteuer in Höhe von 19 Prozent. Die Sterbegeldversicherung erhebt diese Versicherungssteuer jedoch nicht, da es sich um eine Personenversicherung handelt. Die Voraussetzung ist allerdings, dass der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt des Versicherungsnehmers in Deutschland ist.

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